Freitag, 21. November 2014

Die Anstalt oder Die bedingungslose Kapitulation der Gutmenschen

Die Agit-Prop-Kampagne der Bundesregierung bzw. der Landesregierungen ähnelt immer mehr den Haßsitzungen bei Orwells "1984". Dort hatte man immer ein Feindbild, irgendeinen erfundenen Terroristen, hier ist es der "Kampf gegen Rechts". Der Kampf gegen Links ist nicht salonfähig. Links gut, rechts böse. Überhaupt ist es absurd, daß der politische Begriff "rechts" mit Rechtsextremismus gleichgesetzt wird, der eigentlich eine Form des Linksextremismus' ist, denn Nationalsozialisten sind extrem links, nicht rechts. Wenn rechts eigentlich konservativ bedeutet, kann man bei Nationalsozialisten nicht von Konservativen reden. Im übrigen gibt es gar nicht so viele "Braune", die Roten sind doch fast Mehrheit, und keiner stört sich merklich daran. Wenn die "braunen" Parteien gerade einmal 1-2 % der Stimmen erhalten, kann man doch nicht von einer Gefahr sprechen. Wenn die Kommunisten der SED-PDS-Linken 28 % der Stimmen bekommen wie in Thüringen, ist sehr wohl von einer Gefahr für die Demokratie auszugehen, besonders, wenn eine Art Volksfrontbündnis zustandekommt, bei dem die Grünen die Bürgerrechtler von Bündnis 90 verraten. Im Grunde herrscht in Deutschland eine neue Diktatur links-islamischer Prägung, in der andere Meinungen kriminalisiert werden. Und dann wundern sich viele, wie einer wie Hitler an die Macht kommen oder sich eine nichtgewählte Partei wie die SED 40 Jahre an der Macht halten konnte. 1933 versagte das Parlament, nicht der machtlose Reichspräsident, heute versagt eine ganze mutmaßlich informierte Gesellschaft.

Wirklich anstaltsreif sind diejenigen, die am 18. November 2014 das Programm "Die Anstalt" im ZDF verzapft haben, das ganz klar auf Linie mit dem herrschenden Meinungsterror von oben gebracht worden war. Ein politisches Kabarett derart einseitig und kritiklos zu gestalten, ist beschämend für eine vorgeblich plurale Demokratie. 

Ist es Aufgabe einer Kabarett-Veranstaltung, zur einer Ansammlung von Haßpredigern zu werden, die gegen alle wettern, die es auch nur im Ansatz wagen, die Asylpolitik der deutschen Regierungen zu kritisieren? Ist die Selbstaufgabe eines Volkes zu Gunsten von als Asylanten getarnten Invasoren aus mit der abendländischen christlichen Kultur unvereinbaren Ländern zu rechtfertigen? Was soll das auf arabisch vorgetragene Kampflied, dessen Text nicht übersetzt wurde, um unter stehenden Ovationen die Sendung zu beenden? Kabarett dient zur sarkastisch-ironischen Kritik am politischen Geschehen, nicht als Propagandabühne für Menschen, deren Anliegen berechtigt sein mögen, deren Sprache aber so gut wie kein Einhemischer versteht und die nichts mehr mit Toleranz zu tun haben. Die Meinungsäußerung war nicht mehr frei, sondern vorgegeben und vorzensiert, einseitig und inquisitorial. Erschreckend und bezeichnend für den Geisteszustand eines Volkes, das sich schon mehrheitlich lange aufgegeben hat.

Donnerstag, 6. November 2014

Die Farce der Wiedervereinigung und das Unrecht an Preußen

Genauso aktuell wie vor fünf Jahren


Die sogenannte Wiedervereinigung im Jahre 1990 nach dem (von Moskau angeordneten) Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs war eine lange vorher vorbereitete Farce.

Zum einen ging es der Siegermacht Sowjetunion darum, sich von den heruntergewirtschafteten Satellitenstaaten des Ostblocks zu befreien, ohne dadurch einen wirklichen Nachteil zu erleiden. Also lag es auf der Hand, den Deutschen endlich zur Wiedervereinigung zu verhelfen, indem man der Bundesrepublik Deutschland den mitteldeutschen Pleitestaat im Zustand der Nachkriegszeit aufbürdete und dafür auch noch Geld bekam. Die Deutschen machen das schon, müssen Gorbatschow und Genossen damals gesagt haben, und blöd genug sind sie auch, um das auch noch als großzügige Geste Mütterchen Rußlands aufzufassen. Photo: Der Verrat unter Dach und Fach und die Deutschen über den Tisch gezogen: Gemacht gutes Geschäft (Gorbatschow) - Ei, gude, isch bin 'n eschte Bismack (Kohl).

Allem voran ging ein wohl geplantes Possentheater über die Bühne. Zunächst kamen die Sommertouristen aus der Ostzone überraschender Weise auf den Trichter, daß die ungarische Grenze etwas durchlässig war. Nun genossen die Ungarn seit der gewaltsamen Unterdrückung ihres Freiheitsstrebens seit 1956 und insbesondere in den letzten Jahren der Sowjetherrschaft eine gewissen Selbständigkeit, aber das plötzliche Zudrücken beider Augen beim grenzüberschreitenden Verkehr war doch etwas auffällig. Ostberliner Possentheater: Schabowski öffnet die Grenze "aus Versehen" zu früh - nach einer möglicherweise verschlüsselten Journalistenfrage über das Reisegesetz?

So füllte sich der Westen Deutschlands zunehmend mit Bewohnern aus der Ostzone, wodurch das Land langsam unter Druck gesetzt wurde, denn die Zonendeutschen wollten doch sogar Asyl beantragen.

Gleichzeitig begann, eiverbibsch, eine Bürgerbewegung herumzuprotestieren, vor allem in Sachsen, das schon unter der nationalsozialistischen Diktatur dazu neigte, dem Regime zuzujubeln, später dann nach dem Regimewechsel (oder war es nur ein Wechsel der politischen Symbole und Namen?) dem kommunistischen Unterdrückerregime, das das Naziregime eigentlich nur unter Änderung des Firmennamens fortsetzte. Diese maßt sich an, die Moskauer Entscheidung über die Rückgabe der sowjetischen Besatzungszone an das Restdeutschland der Bundesrepublik als ihren eigenen Erfolg und als "friedliche Revolution" zu feiern. Nuuu.

Tatsache ist, daß es sich nicht um eine Volksentscheidung handelte. Dazu kam, daß die Westmächte der Sache gar nicht so aufgeschlossen gegenüberstanden, vor allem das Vereinigte Königreich und Frankreich, die beiden größten Deutschlandhasser aller Zeiten, wenn man von den Polen einmal absieht. Und dazu kam noch der Verrat der deutschen Provinzpolitiker, deren politische Sicht nicht viel weiter reichte als über den Rhein bei Bonn. Gerade der Kanzler Kohl, aus der ehemals bayerischen Pfalz und schon aufgrund seiner Herkunft als Nicht-Preuße berlin- und preußenfeindlich, war doch zusammen mit dem auf Lebenszeit fest im Amtssessel verankerten Schäuble der ungeeignetste Regierungschef, um die plötzlich über ihn hereinbrechende Last bewältigen zu können. Bismarck wollte er darstellen, doch schaffte er es kaum weiter als ein bayerischer Provinzgouverneur in der Pfalz. Photo: Kohls Kungelei mit der CDU-Blockpartei, hier mit Obergeschaftelhuber und Blockflöte de Maizière.

Davon abgesehen fehlte es den deutschen Politikern 1989 nicht nur an politischer Courage, sondern auch an Identitätsbewußtsein bezüglich der deutschen Geschichte und der entgegen dem Völkerrecht gewaltsam annektierten Gebiete des Ostens Preußens, der, da zu Preußen gehörig, auch nicht weiter von Interesse schien.

So erklärt es sich, daß man entgegen allem Gemeinsinn Polen in die Gespräche über die "Wiedervereinigung" aufnahm, so als handelte es sich um einen gleichberechtigten Verhandlungspartner.

Polens Zittern war nicht unbegründet, zittert es doch heute noch angesichts des Wissens, daß gut die Hälfte seines Staatsgebiets gar nicht Polen, sondern Preußen gehört, während es nicht den Mumm hat, sich für die Rückgewinnung seiner eigenen Ostgebiete in der Ukraine einzusetzen. Man hatte doch mit den Trotteln aus dem deutschen Westen ein leichteres Spiel. Photo: Kohl mit Bush auf G-7-Treffen. Sorry, that's Moscow's decision.

Das Ergebnis dieses ganzen Possentheaters um die vorgebliche Wiedervereinigung war, daß man nicht nur das Grundgesetz umging, das ganz klar die Regeln für einen solchen Schritt festlegte (Verfassungsgebende Versammlung, Neugründung Deutschlands), sondern auch die Potsdamer Verträge außen vor ließ, derentwegen Polen das große Zittern bekam, denn hätte man die Verhandlung im Sinne dieser Verträge verlangt, wäre man um eine Rückgabe Pommerns, Schlesiens, Ostbrandenburgs und Ostpreußens nicht herumgekommen (in den Grenzen von 1918). Karte: Preußen in den deutschen Grenzen um 1900.

Also kam man auf die glorreiche Idee, die Ostzone zunächst in 5 neue Bundesländer aufzuteilen und dann deren Anschluß an die Bundesrepublik Deutschland zu beantragen und anzunehmen, womit das Grundgesetz raffiniert umgangen wurde. Nicht umsonst ist der 9. November als Tag des Mauerfalls gewählt worden, war es doch der historische Tag der Vaterlandsverräter. Photo: Selten so gelacht: Sitzung im Kaukasus. 1990 Außenminister Genscher alias IM Tulpe, Gorbatschow und Kohl: Wer verrät hier wen an wen oder wen oder was überhaupt?

Nicht genug des Verrats am Vaterland, bot sich eine weitere Gelegenheit für den Verrat an Preußen. Die völkerrechtswidrige und von ausländischen Mächten angeordnete zwangsweise Auflösung Preußens als Staat, den man ungerechtfertigt für das Naziregime verantwortlich machte, während doch die nationalsozialistische Bewegung unter der Führung des nicht ordnungsgemäß eingebürgerten Österreichers Hitler aus Bayern kam und sich des preußisch geprägten Militärs und Gehorsams bediente, um ihre Macht zu festigen, wurde nicht rückgängig gemacht, womit eine weitere historische Gelegenheit für einen staatsmännischen Schachzug nach Bismarcks Art verschenkt wurde. Westdeutschland hatte zu diesem Zeitpunkt eine einmalige Gelegenheit, die historischen Ungerechtigkeiten wieder auszugleichen und Druck auf die Sowjetunion auszuüben, die wirtschaftlich und politisch ernsthaft geschwächt war. Ein ganzes Volk seines Landes zu berauben, das dazu gut zwei Drittel Gesamtdeutschlands ausmachte, ist nicht hinnehmbar.

Daher ist es 20 Jahre nach der Teilwiedervereinigung in Form des Anschlusses eines Teilgebiets, also der mitteldeutschen Länder, an der Zeit, insbesondere im Rahmen der Überlegungen über die Föderalismusreform dieses Unrecht wiedergutzumachen und Preußen als Staat wiederherzustellen. Angesichts dessen, daß die Bundesrepublik Deutschland nicht Willens ist, preußische Interessen und berechtigte Forderungen der aus ihrer Heimat vertriebenen preußischen Bürger zu vertreten, kann nur ein preußischer Staat, sei es als Bundesland oder als unabhängiger Staat, dem historischen Auftrag der Wiederherstellung seiner staatlichen und nationalen Einheit gerecht werden. Photo: 2+4-Verhandlungen: Polen als Siegermacht? Auf jeden Fall als Kriegsgewinnler.

Der 20. Jahrestag des Mauerfalls ist kein Grund zum Feiern, sondern Anlaß, die bisherige gesamtdeutsche Politik zu überdenken und das Handeln der volksfremden Volksvertreter einem strengeren Urteil zu unterziehen.

Dienstag, 18. September 2012

Schönefeld: Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt.

Der Berliner IHK-Präsident Eric Schweitzer verteidigt den Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit.


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Kommt er oder kommt er nicht, der "modernste" Flughafen Europas?

Während die Zahl der BER-Witze inzwischen Legion (ursprünglich: Römische Heereseinheit mit 3000–6000 Soldaten) ist, und jüngst in der B.Z. ein Friedhofs-Witz ("Großflughafen BER, halb so groß wie der Friedhof von San Francisco, doppelt so tot") seine Neuauflage feierte, schien die Zahl der Freunde von Klaus Wowereit in der letzten Zeit doch stark abgenommen zu haben.

Umfragewerte sanken, und auch die schonungslose Selbstkritik des Regierenden Bürgermeisters und Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), Klaus Wowereit, im Berliner Abgeordnetenhaus ("... es sind Fehler gemacht worden, auch große und ärgerliche!") brachte KW vom politischen Gegner und der Öffentlichkeit nur Häme ein.

Damit ist nun Schluß!

Laut "Tagesspiegel" vom 17.9.12, "Wirtschaft stellt sich hinter Wowereit", sprang nun mit dem Präsidenten der IHK-Berlin, Eric Schweitzer, KW ein wahrer Freund mit den folgenden Worten zur Seite:

„Klaus Wowereit trägt keine persönliche Schuld, und er hat als Aufsichtsratsvorsitzender, soweit ich das beurteilen kann, keine entscheidenden Fehler gemacht“.

Und:

Als der Eröffnungstermin im Mai abgesagt wurde, habe sich Wowereit "sofort und intensiv auf die Suche nach den Ursachen gemacht und die richtigen Konsequenzen gezogen."

Diese Worte kommen einem vor wie die Stellungnahme eines Fußballtrainers, dessen Mannschaft gerade nach hecktischen Umstellungen und Auswechslungen 0:7 vor heimischem Publikum verloren hat, und der anschließend von „vielen guten Ansätzen“ spricht. Fußball-Kommentatoren sagen dann deutlich, daß der Trainer wohl ein anderes Spiel gesehen haben muß.

Ähnlich verhält es sich mit den Aussagen des Berliner IHK-Präsidenten.

Wir möchten daher Herrn Schweitzer nur noch einmal stichpunktartig an die großartige und „fehlerfreie“ Arbeit des Aufsichtsratsvorsitzenden KW erinnern:
  • Der offensichtlich überforderte Flughafenchef Schwarz wurde von KW ausgesucht und mit einem fürstlichen Gehalt bedacht.
  • Auf die Einstellung eines Geschäftsführers Finanzen wartet man bis heute.
  • Der angesehene Technikchef Thomas Weyer verließ 2008 die Flughafengesellschaft und baut jetzt die 3. Piste in MUC.
  • Fehlende Nachfragen zur Terminierung des BBI/BER, ob denn in Berlin tatsächlich schneller gebaut werden könne als beim vergleichbaren Neubauprojekt in München: In Berlin wollte man zwischen Richtfest und Inbetriebnahme nur die halbe Zeit benötigen.
  • Mangelnde Präsenz vor Ort. Laut B.Z. war der Aufsichtsrat mit seinem Vorsitzenden KW in 4 Jahren nur zweimal auf der BER-Baustelle.
  • Kein entschiedenes Vorgehen gegen die vielfach berichtete Schwarzarbeit - womit nicht die Tätigkeit des Flughafenchefs gemeint ist - auf der BER-Baustelle.
  • Schließung Tempelhofs mit der unwahren Begründung, daß eine Offenhaltung von THF zu einem Baustopp des BBI/BER führen würde. Leichtfertige Aufgabe von Reservekapazitäten in THF mit der Folge einer riskanten Überlastung von Tegel.
  • Kurz vor der Absage des BBI/BER-Eröffnungstermins 17.3.13 am 8.5.12, als die Berliner Spatzen sich schon heißer gepfiffen hatten, wurde dieser überholte Termin noch vielfach bestätigt - ohne Rücksicht auf die Planungen der gewerblichen Mieter. 

Wie heißt es doch im Lied "Ein Freund, ein guter Freund" der "Comedian Harmonists" von 1930:

"Ein Freund, ein guter Freund,
das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt.
Ein Freund bleibt immer Freund,
und wenn die ganze Welt zusammenfällt.
Drum sei auch nicht betrübt,
wenn dein Schatz dich nicht mehr liebt.
Ein Freund, ein guter Freund,
das ist der größte Schatz, den's gibt."

Schön für KW und ES, schlecht für Berlin!

Und haben es die unvergessenen "Comedian Harmonists" verdient, mit KW und ES in einem Atemzug genannt zu werden? Nein, das haben sie nicht!

Ihr Thema-Tempelhof Team
…und nicht das Tempelhof-Buch vergessen:

Bestellung: Der Fall (von) Tempelhof


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Montag, 17. September 2012

Königreich Spanien: Überraschender Rücktritt der Ministerpräsidentin der Region Madrid

Esperanza Aguirre.
Esperanza Aguirre, Ministerpräsidentin des Landes Madrid

Heute Mittag um 14 Uhr trat überraschend die Ministerpräsidentin des Landes Madrid, Esperanza Aguirre, zurück. Nach den persönlichen Beweggründen, die sie angeführt hatte, sind inzwischen  neuere Versionen über die Rücktrittsgründe von Esperanza Aguirre als Ministerpräsidentin der Region Madrid bekanntgeworden.

Die persönlichen Gründe, die auch verständlich wären, insbesondere, nachdem sie vor ca. einem Jahr wegen Brustkrebses operiert worden war, nach ihren eigenen Aussagen aber erfolgreich und ohne weitere Folgen, liegen politische Gründe näher.

Schon 2008, nach den Parlamentswahlen, die Mariano Rajoy damals zum zweiten Male verloren hatte, wurde Aguirre als mögliche Gegenkandidatin für den Parteitag gehandelt, um die Partei anzuführen, hatte aber nicht ausreichende Delegierte auf ihrer Seite, so daß die Sache nicht weiterbetrieben wurde.


In den letzen Wochen und Monaten wurde die Kritik Aguirres an der Regierung Rajoy stärker, insbesondere gegen die Mehrwertsteuererhöhung, die noch vor einem Jahr Aguirre und Rajoy bekämpften, als es hieß, Rodríguez Zapatero würde diese planen. Nach erfolgter Steuererhöhung krisisierte Aguirre die Entscheidung Rajoys öffentlich. Sie als Liberale sieht in Steuererhöhungen mehr Nach- als Vorteile.


Scgon die sozialistische Vorgängerregierung unter Rodríguez Zapatero zahlte der Madrider Landesregierung nicht die Steuern aus, die ihr zustanden, und Rajoy ist da nicht besser, obwohl er von der gleichen Partei ist. Bei der letzten Zahlung behielt die Zentralregierung 1 Mrd. Euro ein, und das wurde ihm von Aguirre am 3. September scharf kritisiert, denn so würde das defizit der Landesregierung erhöht.


Außerdem gab es Anfang September interne Streitigkeiten. Mayor Oreja, baskischer PP-Politiker und Innenminister unter der Regierung Aznar, der die Terroristenbande ETA stark bekämpfte, sowie Esperanza Aguirre widersetzten sich der ETA-freundlichen Politik Rajoys, die so ganz im Widerspruch zur bisherigen Politik der Volkspartei steht. Die kürzliche Genehmigung der Freilassung des ETA-Mörders und Geiselnehmers Bolinaga wegen angeblicher Endphase seiner Nierenkrebserkrankung, was durch die Gerichtsmediziner bestritten wird, hat in der PP für großen Unmut gesorgt. Dies wird die PP in den baskischen Landtagswahlen am 21. Oktober viele Stimmen kosten, denn es ist ein verrat an den Terroropfern und den PP-Wählern dort und überall. Aber auch bei den am gleichen Tag stattfindenden vorgezogenen Landtagswahlen in Galicien, wo die neue Partei des ehemaligen Banesto-Präsidenten Mario Conde, der auch Galicier ist, antritt, werden der PP sehr wahrscheinlich einen Denkzettel für die verfehlte Handhabung der Krise verpassen.


Die Landtagswahlen in Madrid im Mai 2011 gewann Aguirre zum driten Male seit 2003 mit einer historischen absoluten Mehrheit. Viele wählten Esperanza Aguirre, nicht die PP, die unter der Führung Rajoys profillos ist und keine wegweisenden Entscheidungen trifft. Solche Ergebnisse wird die PP nie mehr einfahren.


Unwahrscheinlich erscheint, daß Aguirre zusammen mit anderen unzufriedenen Leuten aus der PP eine neue Partei aufbauen wird. Wie sie selbst heute gesagt hat, dachte sie stets, die Politik sei eine vorübergehende Beschäftigung, und acht Jahre seien eigentlich genug. Aber wie das so ist, war sie am Ende 36 Jahre aktiv in der Politik:

Bis 1996 war sie Stadträtin in Madrid, unter Aznar Kultusministerin und dann auch Senats-Vorsitzende, bis sie dann 2003 Ruiz Gallardón als Ministerpräsidenten von Madrid ablöste, der zur gelciehn Zeit Oberbürgermeister der Stadt Madrid wurde, was er bis Ende 2011 blieb, als Rajoy ihn zum Justizminister ernannte (seine Nachflgerin im Amt ist Ana Botella, die Ehefrau José María Aznars).

Nachfolger Aguirres wird ihr Vize Igancio González, ein klarer Gegner Rajoys, allerdings mit viel weniger Charisma.


Eins ist klar: Aguirre hat einen guten Zeitpunkt für einen Nachfolger gewählt, der bis 2015 Zeit hat, sich bekannt und beliebt zu machen. Ihre Entscheidung ist aber auch ein Schlag ins Kontor Rajoys, denn die Folgen der verfehlten Krisenpolitik der PP-Zentralregierung bei den zwei Landtagswahlen Ende Oktober werden von Bedeutung sein und könnten eventuell verheerend für Rajoys Zukunft als Premierminister sein.



Donnerstag, 13. September 2012

Die Null steht!

Wowereit__

Die Regierungserklärung von Klaus Wowereit zum ProblemBER



Am 12. September verkündete das Bundesverfassungsgericht sein ESM-Urteil, Apple Inc. präsentierte seinen mutmaßlich nächsten Megaverkaufsschlager iPhone 5 - und heute präsentierte nun Klaus Wowereit seinen ProblemBer, unseren heißgeliebten Phantom-Flughafen 2.0.

Daß die Null steht, war lange Zeit ein Qualitätsnachweis für die effektive Verteidigungsstrategie einer Fußballmannschaft. Wenn jedoch die Null auf beiden Seiten des Doppelpunktes stand, war das immer der Beweis für einen rasenden Stillstand - und die Punkteausbeute war entsprechend mager.

Wir meinen nun, daß Klaus Wowereit ein torloses Unentschieden der schlechten Sorte zu verantworten hat, da noch nicht einmal von einem abschließenden oder nachprüfbaren Ergebnis gesprochen werden kann, obwohl die 90 Minuten + Verlängerung + Nachspielzeit + ungenauer Zeitmessung schon lange vorbei sind.

Was bot Klaus Wowereit also dem Obersten Souverän, dem Wahl-Bürger, als Erklärung für das im Brandenburger Sand vergrabene Steuergeld an?

Wenig! Angelehnt an die Werbeaussage des iPhones 5 kann man nicht unbedingt vom Größten sprechen, was den Berlinern im Zusammenhang mit der offenbar permanenten BER-Terminverschieberei passieren konnte.

Als der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft dann schließlich das Wort ergriff, ging auf die Anwesenden im Berliner Abgeordnetenhaus ein wahres Phrasengewitter nieder.

"Ja, es sind Fehler gemacht worden, auch große und ärgerliche!", war da zu hören, und Klaus Wowereit verriet der Welt, dass sich Termine nicht aus dem Votum von Politikern, sondern aus dem von Fachleuten ergeben würden, und gab somit dem katastrophalen Ablauf die erwartet schicksalshafte Note.

Und "Flughäfen dieser Größe kauft man nicht von der Stange", offenbarte Klaus Wowereit seinen Zuhörern, um "Fairness und Faktentreue" anzumahnen. Nach einer "schonungslosen Analyse" seien jetzt die entsprechenden "Handlungsbedarfe" ermittelt worden. Insgesamt bezeichnete Klaus Wowereit das Flughafenprojekt als Erfolgsgeschichte. 

Daß sich ein seit 2001 amtierender Aufsichtsratsvorsitzender in diese Allgemeinplätze flüchtet, kann nur als skandalös bezeichnet werden.

Vorab wurde bekannt, daß das vom Länderfinanzausgleich hochsubventionierte Land Berlin einen Nachtragshaushalt von 444 Millionen Euro für den BER verabschiedetet hatte, ohne daß dafür neue Schulden hatten aufgenommen werden müssen - wobei die über 60 Milliarden Euro Bestandsschulden Berlins davon selbstverständlich vollkommen unberührt blieben.

Und inklusive der bisher eingeräumten Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro ergibt sich ein vorläufiger Gesamtbetrag von 4,3 Milliarden Euro für den BER Schönefeld.

Als das private Bauträger-Konsortium 2003 einen Kostenvoranschlag von 4 Milliarden Euro vorlegte, brachen Wowereit & Platzeck die Gespräche ab und erklärten, den Flughafen in Eigenregie - zu einem geringeren Betrag -  errichten zu wollen.

Das Ergebnis ist jetzt zu besichtigen, und man ahnt, daß die Zukunft weitere Erhöhungen des Gesamtbetrags bringen wird - und daß auch das jetzt genannte Eröffnungsdatum weiterhin als unsicher gelten muß.     

Ihr Thema-Tempelhof Team


P. S.
Wir sind übrigens inzwischen nicht zum "Thema Wowereit" mutiert, auch wenn die gehäufte Verwendung entsprechenden Fotomaterials diese Vermutung entstehen lassen könnte.
Da aber auch die Luftverkehrspolitik in Berlin von Beginn an allein vom Regierenden Bürgermeister durchgesetzt worden ist, kommen wir an einer gehäuften Verwendung des entsprechenden Materials nicht vorbei - leider!


…und nicht das Tempelhof-Buch vergessen:

Bestellung: Der Fall (von) Tempelhof


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